
Foto: Erntezeit in Schleswig-Holstein
Die Erntezeit in Schleswig-Holstein wird von vielen Landwirten gerne als die "fünfte Jahreszeit" bezeichnet. Nach monatelanger Pflege bricht der Moment an, die reiche Ernte einzufahren und die investierte Arbeit in Erfolg umzuwandeln. Wenn sich die Landschaften in ein gold-gelb-braunes Farbenspiel hüllen, bieten die Felder im Zusammenspiel mit modernen Erntemaschinen und dem blauen Sommerhimmel einen unvergleichlich schönen Anblick in der Region.
Heutige Erntearbeiten sind ohne schwere und hochmoderne Technik kaum noch vorstellbar. Während in den 1960er- und 1970er-Jahren offene Mähdrescher ohne Kabinen den Standard prägten, steuert heute modernster Computer die Arbeit. Schnitthöhen und Bodenanpassungen erfolgen vollautomatisch. Auf dem Foto ist ein klassischer, hellgrüner Mähdrescher der Marke Claas zu sehen - dem europäischen Branchenführer, während weltweit der US-Hersteller John Deere mit seinem dunkleren Grün den Markt anführt.
Die Landwirtschaft im Norden liefert beachtliche Erträge. Im Jahr 2012 verzeichnete das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eine Getreideernte von insgesamt knapp 2,9 Millionen Tonnen. Fast 2 Millionen Tonnen entfielen dabei allein auf die Weizenernte, angebaut auf einer Gesamtfläche von rund 330.000 Hektar. Spannend ist zudem, dass Standorte in der Marsch und im Hügelland eine deutlich höhere Ertragssicherheit als die Geest aufweisen, was vor allem in extrem trockenen Jahren (wie 1976, 1983, 1992, 2003 und 2006) ins Gewicht fiel.
Ob die prächtige Rapsblüte im Frühling oder die goldene Weizenernte in der Angeliter Hügellandschaft im Spätsommer: Schleswig-Holstein und insbesondere die malerische Region zwischen Schlei und Ostsee sind zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.